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5 Gründe, warum du mal wieder Zeichnen solltest

Hallihallo,

schön, dass du wieder hier bist. Heute erfährst du, warum du mal wieder einen Stift in die Hand nehmen und zu Zeichnen anfangen solltest. Wenn du jetzt denkst: "Ich kann aber nicht zeichnen..." - FALSCH, das stimmt nicht. Jeder kann Zeichnen lernen, auch du. Es muss kein Picasso werden sondern Zeichnen ist ein sehr dehnbarer Begriff. Egal, ob ein Kunstwerk entsteht oder "nur" ein paar Striche auf den Papier kommen, Zeichnen ist viel mehr als das Endergebnis. Was unter Anderem alles dazu gehört, erfährst du jetzt. 

Dinge genauer betrachten

Wenn du deine Umgebung zeichnest erfährst du viel mehr davon, als wenn du nur ein Foto knippst. Warum? Du benötigst mehr Zeit und schaust dir viel intensiver jede Kleinigkeit an. Du überfliegst nicht nur, sondern bleibst an Details hängen.

Mein Freund muss öfters mal schmunzeln, wenn ich wieder über bestimmte Merkmale fluche. Warum ich manchmal fluche? Ich mag z. B. keine Engel, ich habe sie noch nie gemocht und kann nichts mit ihnen anfangen. Als ich die Russische Gedächtniskirche in Leipzig gezeichnet habe, ist mir erst aufgefallen wie viele goldene Engel an der Fassade angebracht sind. Eines von vielen Details, die ich sonst nicht mitbekommen hätte. Oder als ich den Hauptbahnhof während meiner Wartezeiten immer weiter gezeichnet habe, ich wusste, gar nicht, dass über dem Eingang der Osthalle Löwenstatuen, über der Westhalle jedoch Menschenstatuen sind. 

Daher nimm dir mal wieder Zeit und betrachte deine Umgebung genau, es gibt so viel Schönes auf dieser Welt zu entdecken - wenn du genau hinschaust.

Erinnerungen schaffen

Fändest du es nicht toll, noch nach mehreren Jahren genau zu wissen, wie es an einem bestimmten Ort war? Du noch genau weißt, welches Wetter war? Ob du gefroren oder geschwitzt hast? Ob andere Menschen anwesend waren? Wie es dir ging? Was du gefühlt hast? Klingt toll, oder?

Mir helfen Tagebücher mit Zeichnungen. So habe ich letztes Jahr in Neuseeland solche angelegt. Wenn ich Fotos anschaue, dann kann ich mich an die Sehenswürdigkeit oder den Menschen erinnern. Wenn ich die Texte lese, kann ich mich recht gut an das Geschehene und Namen erinnern. Wenn ich jedoch die Zeichnungen anschaue, weiß ich genau was an diesem Tag passiert ist. Die oben genannten Szenarien kann ich dir genau erzählen. Ich bin alleine bei Sonnenaufgang zum Alex Kolb Trail gegenüber vom Franz Josef Geltscher gefahren und wollte unbedingt den Gletscher sehen. Jedoch war ein Gewitter angekündigt, aber nichts deutete darauf hin. Daher habe ich mich mit etwas Sorge auf den Weg gemacht. Zu Essen hatte ich Porridge, hatte zu wenig Wasser eingeplant und war schon auf der Hälfte des Weges komplett fertig. 

 

Zum Glück bin ich weiter gegangen, denn der Ausblick oben war einfach nur Atemberaubend. Ich habe das erste Mal Gletscher und Meer zur gleichen Zeit gesehen. Als ich ankam waren 2 andere Männer oben. Alle haben lächelnd die Aussicht genossen. Oben habe ich eine Zeichnung angefertigt und saß bestimmt 2 Stunden auf dem Gipfel. Ich habe meinem Freund eine Sprachnachricht verfasst, auf dem man mich wegen Wind und Atemlosigkeit kaum verstand, aber mein Stolz auf mich selber förmlich zu hören war. Und das sind nur ein paar wenige Eindrücke, die bei der Zeichnung wieder hoch kommen. Krass, oder? Wissenschaftlich kann ich dir das beim Besten Willen nicht erklären, jedoch verweilst du an einem Ort bewusster und nimmst so viel mehr von diesem Ort auf, als wenn du nur kurz ein Foto schießt. Wenn du mal wieder auf Reisen bist, nimm dir etwas zum Zeichnen mit. Schaffe deine ganz persönlichen Erinnerungen.

Bessere Aufnahmefähigkeit

Du hast bestimmt schon gehört, dass man beim Zeichnen abschalten kann. Ich auch, dazu im nächsten Punkt mehr. Jedoch kann ich durch Zeichnen bzw. Scribbeln meine Aufmerksamkeit fokussieren und verbessern. Wenn ich telefoniere, zeichne ich meistens irgendwelche Kreuze, Hashtags, TicTacToes, Kreise, Strudel oder sonst was. Nichts Anspruchsvolles, jedoch kann ich mich währenddessen besser auf das Gesagte konzentrieren. Genauso war es im Studium und in der Schule. Meine Aufzeichnungen waren meist reichlich geschmückt. Nicht als Zeichen, dass ich nicht aufgepasst habe, sondern gerade deshalb. Meine damalige Mathelehrerin hatte dies nie verstanden und verwarnte mich immer wieder, dass ich aufpassen sollte. Sie meinte ich könne meine Note sonst nicht halten. Ja was soll ich sagen, ich mochte schon immer Mathe und habe ihr gezeigt, dass das Eine das Andere nicht ausschließen muss. Ich bin da kein Einzelfall sondern ich kenne viele kreative Köpfe, bei denen das auch so ist. 

Falls es dir schwer fällt dich auf Gehörtes zu fokussieren, teste es mal einfach wahllose Dinge zu scribbeln. 

Gedankenkarussell abschalten

Man ist zum einen fokussierter, jedoch kann man auch wunderbar seine Seele baumeln lassen. Wenn ich mal wieder gestresst und innerlich aufgewühlt bin, verkrümele ich mich gerne und bringe etwas aufs Papier. Da ich hier meistens richtige Zeichnungen anfertige, hat der Kopf etwas anderes zu tun, als über Problem X oder Stress Y nachzudenken. Probiere das nächste Mal es selber aus. Entfliehe deinen Gedanken indem du den Gegenstand direkt vor dir zeichnest. Schau dir die Details an. Welche Proportionen hat es? Welche Struktur? Und schon ist kein Platz mehr für andere Dinge in deinem Kopf.

Zeichnen macht glücklich

Weißt du noch, mit welcher Freude du als Kind gemalt hast. Deine Eltern werden dir bestimmt einige Geschichten dazu erzählen können. Wir alle waren so stolz als Kind. Und zwar auf Alles was wir getan haben. Leider kritisieren Erwachsene viel viel mehr, sodass man meistens eher die Probleme als die Vorteile sieht. Daher nimm dir etwas Zeit, schalte mal wieder deinen Kopf aus, deine Lieblingsmusik an und Zeichne etwas. Verurteile dein Werk nicht, falls es dir nicht gefällt, zerreiße es bitte nicht, sondern lege es in eine Box. Wenn du dran bleibst und immer wieder zeichnest, dann nimm nach einiger Zeit diese Box heraus und schau einmal an was du schon alles erreicht hast. Und spätestens jetzt wirst du glücklich sein.

Ich hoffe du bist jetzt motiviert und hast schon einen Stift in der Hand. Falls nicht, jetzt ist der richtige Zeitpunkt. Zeichne einfach mal vor dich hin und schaue was dein Kind in dir dazu sagt. Hol dir vielleicht sogar ein günstiges Skizzenbuch, sodass die Hürde es zu befüllen geringer ist. Wenn du dran bleibst, dann wirst du mit jedem Strich besser und besser. Versprochen. Du kannst mir gerne auch privat deine Zeichnungen senden, dann gebe ich dir gerne Feedback. Denk jedoch daran: An erster Stelle sollte der Spaß und nicht das Ergebnis stehen.

 

Und nun: Auf die Blätter, fertig, Zeichne.

 

 

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